Braucht dein Podcast Video?
- YouTube ist mit 1 Mrd. monatlichen Podcast-Viewern die größte Podcast-Plattform der Welt[1] und in den USA mit 33 % „most used" die Nummer eins vor Spotify[3].
- Die entscheidende Schere: 45 % derer, die zuletzt einen neuen Podcast anfingen, entdeckten ihn auf YouTube, aber 92 % der wöchentlichen Podcast-Nutzer hören weiterhin[5].
- Spotify zieht massiv nach: ~500.000 Video-Podcasts, 390 Mio. Nutzer haben Video gestreamt, Sehzeit mehr als verdoppelt (YoY 2025)[6]; das Partner-Programm zur Video-Monetarisierung läuft seit April 2025 auch in DE/AT/CH[8].
- Fazit: Video ist 2026 primär ein Wachstums- und Auffindbarkeitskanal, kein Ersatz für Audio. Ob es sich für dein Format lohnt, hängt am Ziel: Reichweite oder Bindung.
Das Dilemma: doppelter Aufwand, unklarer Ertrag.
Video zum Podcast bedeutet gefühlt: doppelte Produktion. Kameras, Licht, Schnitt, ein zweiter Veröffentlichungs-Workflow. Die ehrliche Frage ist also nicht „ist Video im Trend?", sondern: Was genau kaufen mir die Plattform-Daten für diesen Mehraufwand? Die Antwort der Daten von 2025/2026 ist präziser, als die übliche „Video ist Pflicht"-Rhetorik vermuten lässt.
YouTube ist die größte Podcast-Plattform: die Zahlen.
Im Januar 2025 meldete YouTube über 1 Milliarde monatlich aktive Podcast-Viewer[1]. Bis Oktober 2025 wurden allein auf TV-Geräten (also im Wohnzimmer, auf dem großen Bildschirm) 700 Millionen Stunden Podcasts pro Monat geschaut, fast doppelt so viel wie im Vorjahr[2].
In den USA hat YouTube Spotify als meistgenutzte Podcast-Plattform überholt: Erst 31 % vs. 27 % (Oktober 2024)[4], im Infinite Dial 2025 dann 33 % der wöchentlichen Hörer, die YouTube am häufigsten nutzen[3]. Und 51 % der US-Amerikaner 12+ haben überhaupt schon einmal einen Podcast geschaut[3].
Spotify zieht nach: Video als Standard-Feature.
Die Entwicklung bei Spotify erzählt dieselbe Geschichte in Kurvenform: 100.000 Video-Podcasts (2023), 250.000 (Mitte 2024, mit 170 Mio. Nutzern, die Video gestreamt haben)[7], rund 500.000 Ende 2025, gestreamt von 390 Mio. Nutzern (+54 % YoY), mit mehr als verdoppelter Sehzeit[6].
Zwei Details sind für die Entscheidung wichtiger als die Gesamtzahlen: Über 70 % der Video-Podcast-Nutzung läuft im Vordergrund, wird also aktiv geschaut und nicht nur nebenbei laufen gelassen[7]. Und seit dem 29. April 2025 können Creator auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz über das Spotify Partner Program mit Video-Podcasts Geld verdienen[8]. Spotify nennt dort „fast zwei Drittel der Podcast-Hörer", die Podcasts mit Video bevorzugen.
Der entscheidende Unterschied: Discovery vs. Konsum.
Die Discovery-Konsum-Schere
Das ist der Kern des ganzen Themas: Video gewinnt neue Hörer, Audio behält sie. Wer einen Podcast sucht, stößt auf YouTube darauf: über Empfehlungen, Suche, Clips. Wer ihn dann abonniert hat, hört ihn beim Pendeln, beim Sport, in der Küche. Video ist 2026 weniger ein Konsumformat als eine Auffindbarkeits-Infrastruktur. Genau deshalb ist „Video oder Audio?" die falsche Frage. Die richtige lautet: Will ich wachsen, oder will ich nur bedienen?
Und in Deutschland?
Der Online-Audio-Monitor 2025 zählt rund 24 Millionen Podcast-Hörer in Deutschland, und 40 % der regelmäßigen Hörer nutzen bereits Video-Podcasts; bei den Unter-30-Jährigen sind es 60 %[9]. Wer eine junge Zielgruppe will, kommt an Bewegtbild kaum noch vorbei: In der Gen Z konsumieren 84 % der Podcast-Hörer Video zu Podcasts, und 49 % sagen, Mimik und Gestik verbessern ihr Verständnis[11].
Eine Kuriosität der deutschen Messlandschaft gehört ehrlicherweise dazu: Die ma Podcast (der Standard der Werbewirtschaft) misst Downloads über Audio-Plattformen und weist YouTube mit nur 27 % Nutzungsanteil hinter Spotify (~50 %) aus[10]. YouTube-Konsum fällt dort methodisch weitgehend durchs Raster. Wer Podcast-Reichweite in Deutschland nur in Download-Zahlen denkt, sieht den am schnellsten wachsenden Kanal schlicht nicht.
- Nebenbei-Formate: Wenn deine Hörer beim Pendeln, Sport oder Kochen dabei sind, liefert Video wenig; die 92 % sprechen hier eine klare Sprache.
- Narrative, stark geschnittene Produktionen: Der Mehrwert von Talk-Video (Mimik, Studiogefühl) greift bei Storytelling-Formaten kaum.
- Knappes Budget: Ein guter Audio-Podcast schlägt einen schlechten Videopodcast immer. Für reine Audio-Produktion: remote-podcast-produktion.de.
- Zielgruppe 45+ mit etablierter Hörgewohnheit: Das Video-Wachstum kommt messbar von Jungen und Neuen, nicht von Bestandshörern.
- Und zur Datenlage: Die Plattform-Zahlen (YouTube, Spotify) sind Eigenangaben der Anbieter; die US-Studien sind nicht 1:1 auf Deutschland übertragbar.
Häufige Fragen.
Lohnt sich ein Videopodcast auch für kleine B2B-Podcasts?
Das stärkste Argument ist Discovery: 45 % der zuletzt neu begonnenen Podcasts wurden auf YouTube entdeckt[5]. Wer wachsen will, profitiert; wer eine bestehende, treue Hörerschaft bedient, oft weniger. Die Antwort hängt am Ziel: Reichweite spricht für Video, reine Bindung nicht zwingend.
Reicht es, den Audio-Podcast mit Standbild auf YouTube zu stellen?
Davon rate ich ab. Der gemessene Mehrwert kommt von echtem Bewegtbild: Fast zwei Drittel der Hörer bevorzugen Podcasts mit Video[8], über 70 % der Video-Nutzung läuft aktiv im Vordergrund[7]. Ein Standbild liefert nichts davon.
Was kostet eine Videopodcast-Folge in der Produktion?
Bei mir: Einzelfolge ab 1.200 € (bis 60 min Roh-Material, Multi-Cam-Schnitt, Postproduktion, Upload), Komplettpaket ab 4.500 €/Monat für vier Folgen inklusive Distribution auf YouTube und Spotify. Zzgl. MwSt.
Reichweite oder Bindung: Was ist dein Ziel?
30 Minuten, kostenfrei: Wir schauen auf dein Format und entscheiden ehrlich, ob Video dein Wachstumshebel ist oder ob Audio-only die klügere Investition bleibt.
→ Strategiegespräch buchenQuellen.
- [1] YouTube Official Blog (Feb 2025), „1 billion monthly podcast users" (1 Mrd. monatlich aktive Podcast-Viewer, Stand Jan 2025). blog.youtube ↩
- [2] YouTube Official Blog (Dez 2025), „Podcasts in the living room in 2025" (700 Mio. Std. auf TV-Geräten im Okt 2025, vs. 400 Mio. im Vorjahr). blog.youtube ↩
- [3] Edison Research, „The Infinite Dial 2025" (n=5.020: 73 % je Podcast konsumiert, 55 % monatlich, 51 % je geschaut; 33 % der Weekly-Hörer nutzen YouTube am häufigsten). Via Podnews. podnews.net ↩
- [4] Edison Podcast Metrics (Okt 2024), „YouTube is the preferred podcast listening service" (31 % vs. Spotify 27 % vs. Apple 15 %). edisonresearch.com ↩
- [5] Cumulus Media / Signal Hill Insights, „Podcast Download Fall 2025" (n=603: 45 % Discovery auf YouTube; 92 % „hören"; 76 % schauen + hören; Share of Ear Q3/2025: Spotify 29 % vs. YouTube 28 %). westwoodone.com ↩
- [6] Spotify Q3-2025-Earnings via TechCrunch (Nov 2025): ~500.000 Video-Podcasts; 390 Mio. Nutzer haben Video gestreamt (+54 % YoY); Sehzeit mehr als verdoppelt. techcrunch.com ↩
- [7] Spotify Newsroom (Juni 2024), „250,000 video podcasts and counting" (250k Video-Podcasts; 170 Mio. Nutzer; >70 % Vordergrund-Nutzung). newsroom.spotify.com ↩
- [8] Spotify Newsroom (März 2025), Partner-Program-Ausweitung (ab 29.04.2025 auch DE/AT/CH; „fast zwei Drittel der Podcast-Hörer bevorzugen Podcasts mit Video"; 250 Mio.+ hatten Video geschaut). newsroom.spotify.com ↩
- [9] Online-Audio-Monitor 2025 (n=5.603) via BVDW: ~24 Mio. Podcast-Hörer; 40 % der regelmäßigen Hörer nutzen Video-Podcasts, U30: 60 %. bvdw.org ↩
- [10] agma, ma Podcast (n≈12.300): Spotify ~50 %, YouTube 27 %, Amazon Music 18 %, ARD Audiothek 16 %. Methodik misst Downloads über Audio-Plattformen; YouTube-Konsum fällt weitgehend raus. agma-mmc.de ↩
- [11] Edison Research, „Top 10 findings of 2025" (Gen Z: 84 % konsumieren Video zu Podcasts; 49 % sagen, Video verbessert das Verständnis). edisonresearch.com ↩